Abrechnungsbetrug: So wird er bekämpft

Beziehen unter anderem Ärzte und Apotheken Vergütung für eine nicht erbrachte Leistung, ist die Rede von Abrechnungsbetrug. Bei diesem Betrugsdelikt stellt die behandelnde Partei dem Sicherungssystem Rechnungen aus, deren Bestand nie erbracht wurde. Firmen gehen gegen diese Straftaten an und greifen zu vielerlei Mitteln.

So praktizieren Übeltäter die Falschabrechnung

Wer den Betrug praktiziert, nutzt verschiedene Mittel, um die Straftat zu überdecken. Auf den ersten Blick wirkt die Art der Handlung unauffällig. Vielmehr geht es dabei um den Umfang von Behandlungen sowie den zugehörigen Hilfsmitteln. Zum einen ist Abrechnungsbetrug über gefälschte Rezepte möglich. Hierbei stellt der Arzt ein Medikament in Rechnung, welches der Patient nicht benötigt. Entweder ist das Rezept als ganzes unnötig oder auf einer brauchbaren Bescheinigung stehen zusätzliche Medikamente ohne Zweck für den Betroffenen. Ebenso gelten erfundene Behandlungen als Straftat.

Reiseratgeber
Eine Praktik ist als erfunden anzusehen, wenn diese nie am betroffenen Patienten stattfand. Auch eine erst zukünftig in Anspruch genommene Behandlung darf nicht abgerechnet werden. Eine dritte Variante dieser Art des Betrugs ist die Manipulation von Rechnungen. Sind Medikamente, Medizinprodukte oder Behandlungen ausgewiesen, die nicht tatsächlich bestellt und erbracht werden, liegt Abrechnungsbetrug vor.

Es sind Einzelfälle, die ein schlechtes Licht auf das gesamte Gewerbe werfen

Nicht in jeder Arztpraxis und nicht jedem Krankenhaus praktizieren Mitarbeiter Abrechnungsbetrug beziehungsweise Falschabrechnung. Im Gegenteil: Die Minderheit bezichtigt sich des Betruges, es geht sogar um Einzelfälle. Für Dritte und Außenstehende spielt keine Rolle, wie viele Übeltäter sich der Fälschung schuldig machen. Letztlich leiden ganze Bereiche darunter, schließlich heißt es dann „die Ärzte“ und nicht „Herr oder Frau XY“. Außerdem sind die Areale, in denen die Behandelnden den Betrug ausführen, weitläufig. So gehören zum Beispiel Pflege, Zahngesundheit, Heil- und Hilfsmittel sowie Krankentransport zu den häufigsten Angaben einer falsch ausgestellten Rechnung.

Video: Abrechnungsbetrug bei Pflegediensten?

Unternehmen und ihre Mittel zur Bekämpfung von Abrechnungsbetrug

Selbstredend fällt jede Fälschung früher oder später auf, etwa durch den Patienten während eines Besuchs in der Apotheke. Die zu Behandelnden wissen meist nicht selbst, welche Arzneimittel wirklich notwendig sind und welche unnötig verordnet werden. Legt der Patient sein Rezept in der Apotheke vor, fällt den dortigen Mitarbeitern der Betrug durch den Arzt auf. Meist beschäftigen Kassen eigene Angestellte für den Zweck der Betrugslösung.

Mehrere Ermittler arbeiten nicht selten mit anderen Krankenkassen zusammen. Hier kommen Kassenärzte selbst sowie Zahnkassenärzte zum Einsatz – die Rede ist von einer speziellen Vereinigung, welche unter anderem für die Beseitigung falschem Verhaltens im Gesundheitswesen zuständig sind. Nicht zuletzt schalten Ermittler bei Verdacht auf Abrechnungsbetrug die Kriminalpolizei ein. Im weiteren Verlauf ziehen die Beschäftigten auch die Staatsanwaltschaft hinzu.

Abrechnungsbetrug ist selten, dafür in höchstem Maß strafbar

In den meisten Fällen halten sich Ärzte und Institute an das Wesentliche. Kommt es dennoch zum Betrug, reagieren die Behörden schnell. Kommt es dann zum Einsatz von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft, droht dem Straftäter der Entzug seiner Lizenz oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem halben Jahr.

Titelbild: © istock.com – Henrik Dolle

Sören Dammert

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