Kaufhausdetektive: Den Dieben auf der Spur

kaufhausdetektiveSie schlendern unauffällig und wirken, als suchten sie ein besonders schönes Geschenk – die Kaufhausdetektive. Stattdessen verfolgen sie wachsam die Kunden und haben großes Augenmerk auf potenzielle Diebe.

Ein Spiel wie Katze und Maus

Zwischen Regalen herumlaufen und schnell einen Langfinger zur Strecke bringen? Nein, ganz so einfach ist es wieder nicht. Denn nicht nur der Dieb, auch der Detektiv muss wissen, wie er sich perfekt tarnt, damit er erfolgreich ist. Hier beginnt bereits die erste Schwierigkeit dieses ungewöhnlichen Berufsbildes. Die eintretenden Kunden unauffällig beobachten und eine erste Analyse erstellen. Erfahrene Detektive erkennen beim Eintreten bereits, wen sie verfolgen sollten. Und so muss der Moment, einen Taschendieb zu erwischen, clever gewählt sein. Denn auch die Gegenseite ist gerissen. Erkennt der Dieb ungewollt den Detektiv, wird er vor seinem Raubzug schnell den Laden verlassen.

Video: Volkssport Ladendiebstahl – Kaufhausdetektive im Einsatz

Der Kaufhausdetektiv – Er ist einfach nicht zu sehen

In großen Warenhäusern ist der Detektiv jedoch kaum wahrnehmbar. Gut versteckt in einem kleinen Raum, sitzt er und beobachtet dank der zahlreichen Kameras jeden einzelnen Kunden. Körpersprache, Gesten und ungewöhnliche Blicke verraten den Menschen, der gerade etwas mitgehen lassen will. Erfahrene Detektive kennen sich genau in der Körpersprache aus. Wandern die Augen zur Seite während ein Shirt vorgehalten wird, um es dem Anschein nach anzuschauen, ahnt er den nahenden Diebstahl und wartet am Monitor ab. In solchen Momenten kann er genau verfolgen, wie ein Kleidungsstück oder ein Parfum in die Tasche wandert und kann ihn nach Verlassen des Einkaufbereichs direkt ansprechen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Respektvoll und voller Klarheit wird dem Dieb sofort klargemacht, dass er gerade dabei ist, unbezahlte Ware aus dem Laden zu tragen.

Die Aufgabenstellung zeigt, dass hier spezielle Anforderungen notwendig sind. Auch wenn es keine gesetzliche Ausbildung gibt, so wird doch ein absolut reiner Leumund, ein polizeiliches Führungszeugnis und unter Umständen eine Sachkundeprüfung nach §34a Gewo verlangt. Wie bei jeder anderen Arbeitsstelle gehören Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und ein gepflegtes Aussehen zur Arbeit als Detektiv. Insbesondere wer in großen Kaufhäusern oder renommierten Geschäften arbeiten will, braucht eine gepflegte Erscheinung und gute Umgangsformen. Von Vorteil ist natürlich auch eine gewisse Fitness, denn nicht jeder Dieb kommt der Aufforderung nach, dem Detektiv zu folgen.

Hin und wieder verlangt diese Arbeit auch körperlichen Einsatz, in etwa dann, wenn sich jemand weigert oder sogar den Detektiv angreift. Insofern lohnt es sich, Lehrgänge zu besuchen, um die wichtigsten Techniken bei der Arbeit als Detektiv zu erlernen. Empfehlenswert sind hier die Kurse der IHK, die zwar etwas kostspielig aber in jedem Fall vom Arbeitgeber anerkannt werden.

Neue Einstiegschancen

Die Arbeit als Kaufhausdetektiv ist von Nervenkitzel und Spannung geprägt. Mit einem IHK-Zertifikat steht dem Absolventen sogar Arbeit im Bereich der Sicherheit und des Personenschutzes frei. Doch bevor das gewünschte Papier ausgehändigt wird, sind Führungszeugnis und ein guter Leumund die erste Voraussetzung für den Beginn einer neuen beruflichen Laufbahn. Spätestens dann ist auch die Zeit für eine Mitgliedskarte im Fitness-Center gekommen.

Titelbild: © istock.com – ws-design

Sören Dammert

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